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Immobilienmarkt Kreis Ostholstein

Erholung, Ferien-Effekt & Ostseeküsten-Trends

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Ostholstein hat seine aktuelle Marktübersicht vorgelegt. Wer in der begehrten Küstenregion – zwischen Lübecker Bucht, Fehmarn und dem Binnenland – kaufen, verkaufen oder investieren möchte, findet hier prägnante Marktdaten.

Die Kernbotschaft: Nach Phasen der Konsolidierung verzeichnet der Ostholsteiner Immobilienmarkt wieder eine deutliche Belebung. Getragen wird das Volumen vor allem vom Bestandsgeschäft bei Wohnhäusern und Ferien- bzw. Eigentumswohnungen.

Gesamtlage: Spürbarer Anstieg bei Umsatz und Transaktionen

Der Markt hat spürbar an Dynamik gewonnen:

• Transaktionen & Umsatz: Mit 2.819 registrierten Kaufverträgen lag das Transaktionsvolumen deutlich über dem vorausgegangenen Trend. Der Gesamtgeldumsatz stieg kräftig auf rund 991 Millionen Euro (+26 % gegenüber dem Vorjahr).

• Marktdynamik: Während der Markt für unbebaute Grundstücke verhalten blieb, legten die Segmentbereiche Bebaute Grundstücke und Wohnungs-/Teileigentum um rund 30 % beim Umsatz zu.

Die Marktstruktur: Wer teilt sich die knapp 1 Milliarde Euro?

Die Verteilung der Umsätze spiegelt den Charakter des Kreises als beliebte Wohn- und Urlaubsregion wider:

• Bebaute Grundstücke: Bilden das stärkste Segment mit über 60 % des Geldumsatzes (ca. 48 % aller Kaufverträge).

• Wohnungs- und Teileigentum: Verzeichnet rund 34 % des Geldumsatzes und macht über 43 % der Verträge aus. Grund hierfür ist die hohe Dichte an Eigentums- und Ferienwohnungen entlang der Küstenorte.

• Unbebaute Grundstücke: Machen etwa 5 % des Geldumsatzes (und 9 % der Verträge) aus. Das Baugrundsegment für individuellen Wohnungsbau verzeichnete spürbare Rückgänge.

Ein- und Zweifamilienhäuser: Küchen- und Küstengefälle

Ein gebrauchtes Einfamilienhaus kostet in Ostholstein im Kreisdurchschnitt ca. 393.000 €. Die Preisunterschiede variieren je nach Teilregion extrem:

Region // Charakteristik // Preistrend & Besonderheiten
  • Lübecker Bucht (Süd): Timmendorfer Strand, Scharbeutz, NiendorfHöchstpreisniveau, teils leichte Korrekturen (-17 %) auf extrem hohem Niveau
  • Lübecker Bucht (Nord) & Küste: Neustadt, Grömitz, Dahme, Heiligenhafen, FehmarnHohes Preisniveau, starke Nachfrage nach Ferien-/Zweitwohnsitzen
  • Binnenland & Städte: Oldenburg i.H., Eutin, Bad MalenteModerateres Preisniveau; Oldenburg stach mit +12 % Preissteigerung heraus
Markteinblick: Während die exklusiven Lagen der südlichen Lübecker Bucht moderate Preisanpassungen erlebten, holten Binnenland-Städte wie Oldenburg in Holstein preislich spürbar auf.

Eigentumswohnungen: Bestandsmarkt im Fokus

Der Markt für Eigentumswohnungen ist im Kreis Ostholstein besonders dominant:

• Weiterverkauf (Bestand): Über 50 % aller gebrauchten Wohnungen wurden zu einem Durchschnittspreis von rund 3.900 €/m² Wohnfläche gehandelt. In Küsten-Spitzenlagen werden jedoch deutlich höhere Werte erzielt.

• Erstverkauf (Neubau): Über 40 % der Neubauwohnungen lagen bei Quadratmeterpreisen von über 5.500 €/m². Trotz der Preisentwicklung zeigte sich das Neubausegment preislich sehr robust (-2 % im Vorjahresvergleich).

Fazit & Ausblick

Der Kreis Ostholstein hat den Wendepunkt im Immobilienzyklus erreicht. Während der Bauplatzmarkt schwächelt, fragen Eigennutzer und Kapitalanleger Bestandsimmobilien und Eigentumswohnungen wieder stark nach. Der Markt zeigt sich gefestigt – mit einer stabilen Kluft zwischen exklusiven Küstenorten und bezahlbarerem Binnenland.